DIM DIM FILMVERLEIH

Kino und TV Österreich
zurück zu FILMENFILMVERLEIH

MARTAS KOFFER

ein Film von Günter Schwaiger | 2013 | 76 min | HD | Color | 5.1 | 16/9 | Österreich, Spanien

Synopsis

Marta überlebte vor Jahren einen Mordanschlag ihres Ex-Mannes nur knapp. Jetzt ist der Täter wieder auf freiem Fuß und sie ist sich sicher, dass er es wieder versuchen wird. In ihrer Wohnung, wo sie sich versteckt hält, sind wir Zeugen ihres alltäglichen Kampfes, das Trauma und die Angst zu überwinden.

Harald, ein Therapeut der Männerberatungsstelle „MännerWelten“ hilft Männern die Gewalt gegen Frauen hinter sich zu lassen und analysiert ihre möglichen Ursachen. Die Aussagen eines dieser Männer führt uns in die Tiefen ihrer Gewalt…

MARTAS KOFFER beschreibt mit Beispielen sowohl das Leiden und den Kampf der misshandelten Frau als auch den Blickpunkt derer, die gegen Gewalt arbeiten. Der Film ist in Spanien und Österreich entstanden. Die beiden Länder, in denen der Regisseur lebt, dienen hier als Beispiel der Universalität des Problems.

Credits

Produktion: Mosolov-P + Günter Schwaiger Film Produktion
Kooproduktion mit: ORF, TVE
Regie, Buch, Schnitt: Günter Schwaiger
Idee und Ton: Cristina G. Alía
Kamera: Günter Schwaiger, Victor Martín
Musik: M.a.m.
Mit: Ascensión Marta Anguita, Harald Burgauner, María Naredo, Renate Hojas, e.o.
Gefördert von: Land und Stadt Salzburg, BMUKK (Entwicklung)

Festivals

  • DocumentaMadrid (2013,Spain)
  • Human Rights Film Festival Madrid (2013, Spain)
  • Human Rights Film Festival Barcelona (2013, Spain)
  • IFF Hofer Filmtage (2013, Germany)
  • IFF Frauen Filmtage Wien (2013, Austria)
  • Frauen Filmtage Klagenfurt (2013, Austria)
  • Human Rights Film Festival Tirana (2013, Albania)
  • Cineespaña Toulouse (2013, France)
  • Internazionale a Ferrara Festival (2013, Italy)
  • Marda Loop Justice Film Festival Calgari (2013, Canada)
  • Cineropa Santiago de Compostela (2013, Spain)
  • Mondovisioni Film Series in Italy (oct.2013 – may 2014 in 17 italian cities)
  • Muces muestra de cine Europeo Segovia (2014, Spain)

Preise

Nominierung Romy Filmpreise 2014

Regiestatement

Über den Film

Laut einer UN-Studie im Jahr 2011 ist in Europa der gefährlichste Ort für eine Frau ihr eigenes Zuhause.

Gewalt gegen Frauen ist immer noch ein gravierendes Problem in der modernen Gesellschaft, trotzdem sich die Gesetzeslage und institutionelle Arbeit in den letzten Jahren erheblich verbessert haben.  Denn es ist nicht genug, Strafen zu verschärfen oder Frauen mehr Schutz zu bieten,  ohne die Gesellschaft grundsätzlich zu verändern. „Gesellschaft zu verändern braucht Zeit“, sagt Renate Hojas vom Gewaltschutzzentrum Salzburg, eine der Protagonistinnen des Films, und ich denke, sie hat Recht.

Martas Fall ist von besonderer Bedeutung, weil er mit vielen Klischees über Häusliche Gewalt bricht. Sie hat bis zum Mordversuch nie körperliche Misshandlung erlitten und sie kommt auch nicht aus marginalen Verhältnissen. „Es gibt kein Profil und es kann jede treffen“, sagt sie selbst im Film.  Marta ist eine starke Frau und ein Kämpferin, die sich auch nicht scheut, die Ineffizienz der Institutionen anzukreiden.

Für mich als Mann war auch sehr wichtig, mich der Männerseite zu nähern, um versuchen herauszufinden, was in einem gewalttätigen Mann vorgeht und was ihn zur Gewalt führt. In diesem Sinne finde ich die Arbeit von dem Männerberater Harald Burgauner, der als einer der renommiertesten Spezialisten auf diesem Gebiet in Österreich gilt, ganz besonders interessant. Ich war auch von den Polizisten, Richtern, Juristinnen und Sozialarbeiterinnen beeindruckt, die bereit sind, zusammen zu kommen, um aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln eine Lösung für das Problem zu finden. Von der Art, wie sie agieren, können wir viel lernen.