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Hafners Paradies

Regie Günter Schwaiger | 2007 | 74 min | Digi Beta | Color & B/N | stereo | 4/3

Synopsis

Mit Hafner, einem ehemaligen Waffen-SS Offizier, der in Spanien lebt, tauchen wir in eine dunkle und groteske Welt ein, zu der bisher nur wenige Zugang hatten…

Umgeben von seinen Nazifreunden lebt der frühere Schweinezüchter, ruinierte Erfinder, Playboy und v.a. ehemalige Waffen-SS Offizier HAFNER in Spanien und träumt vom kommenden 4. Reich. Im Laufe des Filmes führt er uns in seine dunkle und groteske Welt ein, die er sich nach seinem Gutdünken zurechtgelegt hat und die er mit Stolz regiert. Schliesslich jedoch wird er von der Realität eingeholt…

Credits

Regie, Drehbuch, Produktion: Günter Schwaiger 
Kamera: Juan Lucas
Schnitt: Martin Eller
Ton: Miguel Rejas
Produktionsassistentin: Cristina Alía

Mit:
Paul Maria Hafner und…
Hans Landauer – Gefangener im Konzentrationslager Dachau (1941 – 1945), Ex-Mitglied der Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg 
Joachim Heyroth – ehemaliges Mitglied der NSDAP ex-miembro del partido Nazi, Ex-Kombattant in der Legion Condor
Cristina de Rueda – Tochter eines Generals während der Franco-Diktatur

Festivals

  • Documentary Film Festival Seminci (2007, Valladolid)
  • Locarno Film Festival (2007, Switzerland)
  • Sao Paulo Film Festival (2007, Brazil)
  • Jihlava Int. Documentary Film Festival (2007, Czech Republic)
  • Florence Int. Documentary Filmfestival-Dei Popoli (2007, Italy)
  • Hofer Filmtage (2207, Germany)
  • Jerusalem Int. Jewish Filmfestival (2007, Israel)
  • Warsaw Int. Docfilmfestival Watchdocs (2007, Poland)
  • Zaragoza Filmfestival (2007, Spain)
  • Cinema Europa Festival de cine – Santiago de Compostela (2008, Spain)
  • Gijón Int. Filmfestival (2007, Spain)
  • Berlinale Europeanfilmmarket (2008, Germany)
  • Bergamo Film Meetin (2008, Italy)
  • Guadalajara Int. Filmfestival (2008, México)
  • Orlando Int. Filmfestival (2008, USA)
  • Lublin Int. Filmfestival (2008, USA)
  • Bozner Filmtage (2008, Italy)
  • Rome Tekfilmfestival (2008, Italy)
  • Diagonale (2008, Austria)
  • Tübingen Latinfilmfestival (2008, Germany)
  • Köln Stranger Than Fiction Filmfestival (2008, Germany)
  • Biografilmfestival Bolgna (2008, Italy)
  • Muestra de Cine de Lavapies-Madrid (2008, Spain)
  • Los Angeles Film Festival (2008, USA)
  • Alcances, Cadiz Docfilmfestival (2008, Spain)
  • Osnabrücker Filmtage (2008, Germany)
  • Inconvenient Film Festival Vilnius (2008, Lithuania)
  • Int. Autorenfestival zu Identität + Geschichte, Berlin (2009, Germany)

Preise

  • Best Documentary Seminci Valladolid 2007
  • nominiert Best Documentary Jihlava 2007
  • nominiert für Friedenspreis bei Osnabrücker Filmfestival 2008

Regiestatement

Über den Film

Die Begegnung mit Paul Maria Hafner, einem ehemaligen Waffen-SS Offizier, der in Spanien lebt, war mich mich abstossend und anziehend zugleich. Zum ersten Mal hatte ich die Gelegenheit mit einem Mitwisser, Mittäter und ideologisch gleichgeschalteten Autor des 3. Reiches zu sprechen. Als Österreicher mit Eltern, die während des Nazismus ihre Jugend verbrachten, eine unglaubliche Gelegenheit in die Vergangenheit zu tauchen, um in ihr Antworten zu suchen auf Fragen, die mir bisher unbeantwortbar erschienen.

Täter und Opfer

Auf meinem Weg diesen Film zu realisieren stiess ich v.a. in Österreich auf grosse Ablehnung seitens gewisser Leute, denen der Gedanke unmöglich erschien, einem ehemalgien SS-Offizier und KZ Mitwisser das Wort zu erteilen. Ich liess mich aber nicht davon abbringen, da ich davon überzeugt war, in dieser Begegnung etwas Neues und für mich persönlich Erschöpfendes zu finden.

Hafners NS-Vergangeheit ist in unseren Breiten nichts Aussergewöhnliches. Es ist die Geschichte eines fanatisierten Jugendlichen, der sich in eine Welt hineinreissen liess, die er bis heute nicht verlassen hat. Ich hatte ihn nach monatelangen Recherchen entdeckt, und von Anfang an war es die Intensität, mit der er sich meinen Fragen auslieferte, die mich anzog. Mir war es wichtig ihm zuzuhören und zwischen seinen Worten den Menschen herauszuspüren, den Verblendeten, der sich benutzen liess, den Alten, der sich zu rechtfertigen sucht und den Zyniker, der Komplizen braucht. Zwischen uns entstand dabei eine Beziehung, die nicht leicht zu beschreiben ist.  Widersprüchliche Gefühle menschlicher Nähe entfalteten sich gleichzeitig mit verborgener Wut, Widerwillen und Verblüfftheit. Aber hinter all dem gab es immer eine schwer definierbare Verbindungslinie, die wir beide benutzten, um trotz enormer, meist unausgesprochener Differenzen miteinander zu kommunizieren.

 Hafner, 2007                                      Hafner, 1941

Dass es mir viel schwerer fällt auf Deutsch einen Text zum Film zu schreiben als auf Spanisch oder Englisch, hängt wohl damit zusammen, dass ich mich hier an ein ganz anderes Publikum richte. Im Deutschen braucht es nur wenige Worte zum Film, denn sein Inhalt betrifft uns alle, er ist uns allen nahe und holt uns alle ein.

Interview mit Blas Piñar